Fahrt ins Blaue 2008


„Alle Mann an Bord! – Kein Platz mehr frei!“ So konnte der Präsident der „Große Allgemeine KG von 1900 Köln e.V.“ (GA) Hans-Peter Vogel am 8. Juni 2008 pünktlich um 9.00 Uhr die 49 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der „Fahrt ins Blaue“ sowie Busfahrer Heinz Ehwald begrüßen. Vor allem freute er sich über die „Neuen“, die erstmals bei dieser traditionellen Veranstaltung dabei waren. Er wünschte allen viel Spaß sowie einen schönen Tag mit vielen Überraschungen.


„Alte Hasen“ hatten schnell heraus, wo die erste Etappe der stets geheim gehaltenen Fahrtziele endete – nämlich in der vielen schon bekannten Gaststätte „Waldhof“ in Bornheim-Merten. Nach einem kräftigen Geburtstagsständchen für Beate Müller und Ludger Brackmann begann das Frühstück mit einer Runde Müller – Sekt, gefolgt von der gewohnt reichhaltigen und opulenten Mahlzeit, die wie immer in der GA mit lebhaften Plaudereien und Tischgesprächen garniert war. Wie schon so oft bei GA-Fahrten musste der Präsident gegen 11.00 Uhr zum Aufbruch drängen und die gemütlichen Unterhaltungen unterbrechen.


Während der Weiterfahrt gab es die zweite Runde „Kitzelwasser“, diesmal Brackmann – Sekt. Verschönt wurde die Tour zum Hauptziel (immer noch nicht bekannt) zusätzlich durch Gerd Selbach mit seinem „Quetschebüggel“, der schon zu dieser Zeit für eine Bombenstimmung im Bus sorgte und nur am oder im Distelfeld durch eine Raucher- und P.-pause unterbrochen wurde.


Die Frage nach dem Hauptziel der Fahrt fand ihre Auflösung gegen 13.00 Uhr. Da erreichten die GA-Reisenden Hachenburg im Westerwald. Aufgeteilt in zwei Gruppen begann die Erkundung der Stadt, die an diesem strahlenden Sonntag ihr Stadtfest „Hachenburg spielt verrückt“ feierte. Bei einem Stadtrundgang brachten Petra Schnell und Hermann-Josef Eulberg in historischen Trachten den „Blaufahrern“ Geschichte, Kultur und Gegenwart der Stadt nahe.


Zunächst gaben die Stadtführer beiden Gruppen einen kurzen geschichtlichen Überblick: Hachenburg liegt auf einer Basaltkuppe und hat einen Durchmesser von nur 500 Metern. Die Einwohnerzahl wird mit etwa 6000 angegeben. Das Schmuckstück der Stadt ist der historische Stadtkern. Der genaue Zeitpunkt der Stadtgründung ist nicht bekannt. Burg und Stadt Hachenburg dürften aber etwa um 1180-1200 entstanden sein. Erstmals urkundlich erwähnt wird die damals schon vorhandene Burg – mehr zufällig – im Jahr 1222 im Zusammenhang mit der Gründung des Klosters Marienstatt. Zu dieser Zeit hatten die Grafen von Sayn im Westerwald eine einflussreiche Territorialmacht aufgebaut. Als Erbauer der Burg gilt Heinrich III. von Sayn, der auch die Stadt als Marktflecken gegründet haben soll. Die Festung diente über mehrere Jahrhunderte den Grafen als Residenz, dem Schutz der Bürger und vor allem auch zur Sicherung der Handelsstraße von Köln nach Leipzig. Die Stadtrechte erhielt Hachenburg im Jahre 1314 durch König Ludwig den Bayern. Nach einer Brandkatastrophe im Jahre 1654 wurde die zerstörte Burg Anfang des 18. Jahrhunderts (1717-1746) zur heutigen Form umgestaltet. Seit 1980 befindet sich in diesem Barockschloss die Fachhochschule der Deutschen Bundesbank.


Sachkundige Informationen begleiteten den eigentlichen Rundgang. Beginnend am Alter Markt konnten interessante Sehenswürdigkeiten Hachenburgs bestaunt werden: der Wunschbrunnen mit dem Sayner Löwen und dem Stadtwappen, das „Steinerne Huys“ mit dem Femestübchen, das älteste Fachwerkhaus der Stadt aus dem Jahre 1610, das historische Rathaus und das Schloss. Es folgten der Dank an die kompetenten Führer mit Orden und „Bützje“, und dann stand ein kurzer Fußmarsch zur Westerwald – Brauerei auf dem Programm.


Nach einer kurzen Wartezeit bei trockenem Brot und GA-Freigetränken im „Schalander“, dem urigen Gastraum der Brauerei, brachte Marius Reusch die Karnevalisten auf den Weg durch die Hachenburger Erlebnis-Brauerei. Vom malzigen Anfang bis zur vollendeten Reife erläuterte er die Herstellung dieses hervorragenden Bieres. Gegründet im Jahr 1861 durch Heinrich Schneider ist die Brauerei nach wie vor im Privatbesitz der Familie. Spezialisiert auf Pils hat sie z. Zt. 60 Mitarbeiter, die im wöchentlichen Wechsel brauen und abfüllen. Gebraut wird dabei selbstverständlich nach dem deutschen Reinheitsgebot – Wasser, Hopfen, Malz und Hefe sind die einzig erlaubten Zutaten. Der Rundgang führte zunächst durch das Sudhaus und den Hopfengarten zum Zwickelraum. Hier konnte ein Bier selbst gezapft und gekostet werden, das es nirgends zu kaufen gibt – ein braufrisches, noch unfiltriertes Hachenburger, das sonst nur der Braumeister genießt. Weiter ging es zum Lagerbereich (1,5 Mill. Liter Kapazität) und zur Abfüllanlage, die anhand eines Filmes veranschaulicht wurden. Zum Schluss bedankte sich der Präsident für die ausgezeichnete sachkundige Führung mit dem Gesellschaftsorden und einem „Bützje“, für das Christiane Höll, die Gattin des Vizepräsidenten, hilfreich einsprang.


Auf zum nächsten Überraschungsziel. Der Bus stand bereit für eine kurze Fahrt zum Cadillac-Museum. Die Überraschung war dann auch wirklich sehr groß! Trotz Absprache und Bestätigung durch die Museums-Leitung noch wenige Tage vorher blieben die Türen zum Museum geschlossen. Niemand war aufzufinden! Aber auch das kann eine GA nicht aus der Ruhe bringen. Es wurde einfach umdisponiert.


Nach einer Stunde „Freizeit“ trafen sich alle Ausflügler zum Abendessen im „Hotel zur Krone“. Im Jahre 1439 erbaut gilt das bereits erwähnte „Steinerne Huys“ als das älteste Gasthaus in Deutschland. Gemischter Salat als Vorspeise, verschiedene Filets mit Lauchgemüse, Pilzen und Bratkartoffeln als Hauptmenü und Paradiescreme zum Dessert verwöhnten und sättigten die Gäste aus Köln. Nach dem Schlemmen stellte Vorsitzender Kurt Niehaus Brigitte Normann als neue Literatin der Gesellschaft vor, bedankte sich bei Hans-Peter und Ulla Vogel im Namen aller Teilnehmer mit kleinen Geschenken für die hervorragende Organisation und machte den Weg frei für einen kurzen „Quetschebüggel-Ausklang“ durch Gerd Selbach.


Während der Heimfahrt nach Köln dankte der Präsident allen Mitfahrerinnen und Mitfahrern, sprach die Hoffnung aus, dass es ihnen gefallen habe, und wünschte einen guten Heimweg. In diesen Dank schloss er auch den wieder einmal perfekten Busfahrer Heinz Ehwald ein, der eine finanzielle Anerkennung der „GA-Blaufahrer“ mit nach Hause nehmen durfte. Dieser wiederum bedankte sich und meinte: „Ich hoffe, dass wir uns spätestens auf der Städtefahrt im August gesund und munter wiedersehen.“


Berns Tewes

 

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