Kostümsitzung in der Börse 2009


Schon einige Zeit vor Beginn der zweiten Kostümsitzung, die die „Große Allgemeine KG von 1900 Köln e.V.“ (GA) in der Session 2008/2009 durchführte, machte sich im Foyer der Börse eine gewisse Spannung und Unruhe breit. Der gemischte Elferrat, die „Flöhe“ – die beliebte Kindertanzgruppe der GA -, die Fahnenträger, die Jugendgruppe der „Tills“, der Bellejeck, eine Abordnung des FCV Ellwangen, sowie Präsident und Vorstand bereiteten sich an diesem Karnevalssamstag, dem 21. Februar 2009, auf den Einzug in einen bis auf den letzten Platz gefüllten Börsensaal vor. Ein letztes Zupfen hier, ein allerletztes „toi, toi, toi“, und die Truppe setzte sich in Bewegung. Unter dem Beifall eines sympathischen, absolut feierwilligen Publikums ging es in den wunderschön geschmückten Saal. Großzügig verteilte der Elferrat seine „Strüßje“, und es dauerte schon eine Weile, bis alle die Bühne geentert hatten.


Dann machten die „GA-Flöhe“ mit ihrem stark verbesserten Tanzprogramm den Anfang. Der kleine Tanzoffizier Joel Danielcyk legte dabei eine klasse Sohle aufs Parkett, und die Zuschauer bekamen ihre geforderte Zugabe.


Die Brühler Falkenjäger – ein starkes, schmuckes Chor – erfreuten anschließend mit ihrem Programm die Gäste so sehr, dass Marita Köllner – et „Fussich Julchen“ – um ein Haar aus Zeitgründen ihren Auftritt hätte absagen müssen. In letzter Sekunde stürmte sie zu den Brühler Falkenjägern auf die Bühne und sang aus vollem Herzen ihre bekannten, schönen Liedchen. Der Funke sprang schnell über, und die Gäste standen jetzt schon teilweise auf den Stühlen.


Im Foyer plauderte derweil Marc Metzger – der „Blötschkopp“ – mit Gästen und GA-Flöhen, ein sympathischer junger Mann, der fleißig und bereitwillig Autogramme gab. Auf der Bühne scherzte er mit dem Publikum und war absolut spitzenmäßig drauf. Ein toller Gag jagte den anderen, und durch seine spontanen Dialoge mit den Gästen brannte er ein wahres Feuerwerk ab, ein Meister der Pointe.


Die bekannten „Original Hellige Knäächte un Mägde“ waren danach die erste „große“ Tanzgruppe – wie immer wunderschön anzusehen und profihaft in ihren Tänzen auf die alten Kölner Lieder.


Mit dem „Bergischen Jung“, Willibert Pauels, ging es spektakulär weiter. Das aus der ersten Kostümsitzung bekannte Weihrauchfass wurde wieder vom Bellejeck geschwenkt, und der Elferrat tauschte seine Kopfbedeckung gegen Priesterhüte, auch Birette genannt, aus. Willibert Pauels freute es sichtlich. Gekonnt und routiniert spannte er den Bogen zwischen Kirche und Karneval. Im Saal waren es inzwischen 47 Grad Superstimmung. So kam die Pause gerade rechtzeitig. Zur Freude des aktiven Elferrats und des Präsidenten Hans-Peter Vogel stand Pressesprecherin Anne Gelb-Wintrich am Ausgang mit 20 frisch gezapften Kölsch bereit, um die durstigen Kehlen zu erfrischen.


Nach der Pause erhielt die „Kölschfraktion“ – die Ur-Höhner Peter Horn und Franz-Martin Willizil mit Keyboarder Manni Bell – tosenden Beifall für die Interpretation ihrer bekannten Lieder. Karneval mal etwas leiser, nachdenklicher. Dem Publikum gefiel es.


Karnevalistisches Highlight ist und bleibt – das Dreigestirn! Mit großem Gefolge zogen Prinz Hans-Georg I., Bauer Bernd und Jungfrau Johanna in den Saal ein. Standing Ovations tönten durch die Börse, wie die drei es sich für ihre tolle Session verdient hatten. Beide Seiten tauschten Freundlichkeiten aus. Hans-Georg I. bedankte sich ausdrücklich für das Wecken an Weiberfastnacht und bat den Bellejeck Martin Gruber – der stammt nämlich aus Herten -, das diesjährige Motto der Tollitäten in kölscher Sproch vorzulesen. Der Bellejeck erledigte diese Aufgabe aber mit Bravour. Danach überreichten die kleinen GA-Flöhe dem Trifolium den Flohorden der Session aus Schokolade. Präsident Hans-Peter Vogel übergab eine der ersten Film-DVD’s vom Donnerstagzug der GA mit den Brühler Falkenjägern – genannt „Wecken der Jecken“ – vom Hauptbahnhof zum Hotel Pullman Cologne.


„Su ne Daach, su schön wie hück“, schmetterten im Anschluss an diesen herrlichen Auftritt die „Rabaue“, eine bekannte Kölner Spitzen-Musikgruppe, in den Saal. Die Jecken in der Börse sangen und tanzten mit. Zugaben waren erwünscht und wurden gern gegeben.


Eine der positiven Überraschungen des Abends war die Tanzgruppe „Original Matrosen vom Müllemer Böötche“. Sie sorgte für Begeisterung pur durch ihre unglaubliche Tanzakrobatik, die perfekte Show und die musikalische Umsetzung. Trotz aller Anstrengung war die Truppe zu einer umjubelten Zugabe bereit.


Es soll Leute geben, die nur wegen der letzten Programmnummer Karten für diese Sitzung kaufen: „Domstädter & Fründe“. Die Bühne war viel zu klein für alle Musiker. Man saß und stand auf der Bühne, auf den Treppen, einfach überall. Die Dirigenten, stehend auf den Tischen im Publikum, dirigierten eine Riesenmusikantentruppe, ein gigantisches Orchester. Kölsche Lieder, von dieser Truppe gespielt, ließen manchem Tränchen freien Lauf. Die Dudelsackpfeifer und das gewaltige Musikkorps begleiteten eine junge Sängerin bei ihrem Lied: Amazing Grace. Einfach Wahnsinn! Ein Meer von Leuchtstäben und Luftballons in den Farben der GA – ein Bild zum „Kriesche“ schön. Die Jecken wollten immer mehr; man lag sich in den Armen und dann, irgendwann nach Mitternacht, war leider Schluss.


Aber nur mit der Sitzung; denn der Vorstand der GA hatte im Foyer die „Schädel-Musik“ verpflichtet. Zwei DJ’s, Vater und Sohn, mischten die Musik so phantastisch, dass die Party bis drei Uhr in der Früh dauerte. Freunde und Gäste der GA gaben dabei reichlich Signale für Kartenwünsche für die Session 2009/2010.


Anne Gelb-Wintrich

 

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