Kostümsitzung im Sartory


Traditionell feierte die „Große Allgemeine KG von 1900 Köln e.V.“ (GA) im Sartory ihre erste Kostümsitzung der Session 2008 / 2009. Im voll besetzten und ausverkauften großen Festsaal konnten die bunt kostümierten Besucherinnen und Besucher am 6. Februar 2009 pünktlich um 19.30 Uhr den Vorstand, die Jugendgruppe der GA – die Tills -, den Elferrat und die Kindertanzgruppe – die Flöhe – begeistert empfangen. Erstmalig mit von der Partie war der „Bellejeck“, – dargestellt von Martin Gruber, – eine historisch belegbare und traditionsreiche Karnevalsfigur, die die GA hat neu aufleben lassen.
Nach der Begrüßung durch den Präsidenten Hans-Peter Vogel bildeten die „Flöhe“ den ersten Höhepunkt der Sitzung. Die begeisterten Karnevalsfreunde im Saal merkten sehr schnell, wie enorm sich die Truppe sowohl tänzerisch als auch technisch gesteigert hatte. Selbst die danach auftretende Gruppe „Brings“ beobachtete „hinger dr Britz“ die GA-Pänz und klatschte lebhaft mit, als unter tosendem Beifall alle kleinen Tänzerinnen und Tänzer den Gesellschaftsorden und danach die Trainerin Anna Sahm, die Co-Trainerin Cleo Danielzyk und die Leiterin Angie Meis Orden, Blumen und Bützchen entgegennahmen.
Doch dann war „Brings“ selber an der Reihe. Was soll und kann man zu dieser Gruppe noch viel sagen? Einfach spitze! Der Saal begann von Nummer zu Nummer immer stärker zu kochen, und es hielt bis zur Ehrung durch den Präsidenten niemanden mehr auf seinem Sitzplatz.
Da hatte es der „Bergische Jung“ – Willibert Pauels – natürlich schwer, die Jecken in den Griff zu bekommen, sprich zum Zuhören zu bewegen. Dies aber gelang ihm natürlich gekonnt souverän. Zusätzlich unterstützte der Bellejeck ihn bei seinem Auftritt mit einem echten geschwenkten Weihrauchfass, während die Mitglieder des Elferrats ihre Ratsmützen gegen ein priesterliches Birett tauschten. Die von Willibert Pauels dann auf bekannt humorvolle Weise vorgetragenen Vergleiche und witzigen Anekdoten zum Thema „Karneval und Kirche“ trafen wie auch in den Vorjahren den Nagel auf den Kopf.
Nachdem das tolle GA-Publikum diesem Vortrag ruhig und aufmerksam gefolgt war, konnten die „Rabaue“ den Saal mit ihren eigenen neuen und altbekannten Karnevalsschlagern wieder in Bewegung bringen. Das Stimmungsbarometer erreichte erneut Höchsttemperaturen, und ohne Zugabe ging es natürlich auch nicht.
Seit 1969 verleiht die Große Allgemeine ihren höchsten Orden an Persönlichkeiten, die in jeder Beziehung ein echt kölsches Herz beweisen. Dies besagt auch schon der Name dieser hohen Auszeichnung: „För dat äch kölsche Hätz“. Aber nicht in jedem Jahr findet der GA-Vorstand solche Personen, die es wirklich verdienen ausgezeichnet zu werden. In dieser Session jedoch kam es zu einer einstimmigen Entscheidung: Alexandra Kassen, Prinzipalin des Kölner Kleinkunst- und Kabarett-Theaters „Senftöpfchen“. In ihrem geliebten „Senftöpfchen“ förderte sie viele inzwischen etablierte und bekannte Musikgruppen und Künstler aus allen Bereichen. So traten hier u.a. Alfred Biolek und die Bläck Fööss zu Beginn ihrer Karriere auf. Aber auch die Höhner, die Paveier, die Räuber, Mary & Gordy, Dieter Hüsch, Konstantin Wecker, Bernd Stelter und viele andere mehr fanden bei Alexandra Kassen Förderung und Unterstützung. Eine solche Frau musste an diesem Tag zwangsläufig für ihre innige Verbundenheit mit Köln und für ihr unermüdliches Engagement für die Kölner Kultur an diesem Tag bei der GA einfach ausgezeichnet werden. Dies betonte Präsident Hans-Peter Vogel, der mit dem gesamten Vorstand die Ehrung vornahm, in seiner Laudatio ganz klar und deutlich.
Nach den Dankesworten der Geehrten stand ein Mann auf der Bühne, der seit vielen Jahren einer der besten Beherrscher der Reimrede ist. Aus dem Märchenwald und aus der ganzen Welt erzählte das „Rumpelstilzje“ – Fritz Schopps – in seiner unnachahmlichen Art und Weise die neuesten Ereignisse. Mit riesigen Ovationen für diese echt kölsche Märchenfigur ging es dann in die Pause.
Wer geglaubt hatte, die Höhepunkte der Sitzung seien vorüber, sah sich getäuscht. Schon der Einmarsch von Vorstand, Elferrat, Tills und Bellejeck mit der „Bürgergarde blau-gold von 1904 e.V Köln“ bewies das Gegenteil. Die Garde begeisterte mit ihren schmissigen Korps- und Gesellschaftstänzen; und als dann auch noch das Kölner Dreigestirn dazu auf das Podium zog, erreichte die Stimmung ihren ersten Höhepunkt nach der Pause. Das Trifolium – Prinz Hans-Georg I. (Hans-Georg Haumann), Bauer Bernd (Bernd Tschirschnitz) und Jungfrau Johanna (Hajo Jennes) – begeisterte das Publikum durch seine Aufgeschlossenheit, sein Temperament, seine Natürlichkeit und seine Volksnähe. Nach der Begrüßung und Ehrung der drei durch Hans-Peter Vogel sorgte der Prinz bei seinen Dankesworten für einiges Schmunzeln, als er den Präsidenten der GA mit „Hans-Jürgen“ anredete.
Nach dem etwas länger währenden Ausmarsch von Dreigestirn und Bürgergarde waren erneut Musik und Stimmung angesagt. Die „Höhner“ räumten den Saal mit ihren einmaligen und überragenden Karnevalsschlagern ab. Aus der Sitzung wurde wieder eine „Stehung“. Im Saal schunkelten und tanzten Männlein und Weiblein um die Wette. Natürlich kam auch diese Musikgruppe nicht ohne Zugabe aus dem Saal. Donnernder Applaus war der Lohn für diese exzellenten Musiker.
Ein wenig Erholung für das Publikum ließ der nächste Programmpunkt zu. Eine der besten Tanzgruppen Kölns – „die Kammerkätzchen und Kammerdiener“ der „Alten Kölner KG Schnüsse Tring 1901 e.V.“ zeigte ihr fantastisches Können. Rasanz, Exaktheit, Musikalität und Akrobatik paarten sich in drei hervorragenden Tänzen, die nur so zum genauen Zusehen und Mitklatschen einluden.
Den Schlusspunkt der Sitzung bildeten die „Swinging Fanfares“, eine große und vortreffliche Fanfarengruppe, die die Zuschauer und Zuhörer noch einmal von den Stühlen riss. Im Anschluss daran blieb Präsident Hans-Peter Vogel nur noch der Dank an die Swinging Fanfares, an die den kompletten Abend begleitende René Arenz-Combo, an die Literatin Brigitte Normann, an den Elferrat, an den Orga-Leiter Lothar Oestreich, an alle hilfreichen Hände vor und hinter der Bühne und vor allem an das tolle GA-Publikum.


Bernd Tewes

 

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