Sessionseröffnung 2009 im Kölner Dom


Die Hohe Domkirche zu Köln, kurz : Kölner Dom, war bis auf den letzten Sitzplatz gefüllt, als pünktlich um 19.00 Uhr die Ratsbläser vor dem Dom und die Domstädter im Dom ihre Blasinstrumente und Trommeln erklingen ließen. Jetzt war es soweit: die fünfte Jahreszeit wurde mit Gottes Segen begonnen. Durch eine abgedunkelte Kathedrale schritten die Fahnen- und Standartenträger aller dem Festkomitee angeschlossenen Gesellschaften. Aufmerksam und bewegt verfolgten die Karnevalisten diese scheinbar endlose Prozession. Nach den Fahnen und Standarten kamen die Tanzpaare der einzelnen Gesellschaften. Zum ersten Mal konnte die „Große Allgemeine von 1900 Köln e.V.“ auch dabei sein und zwar mit ihrem Flohtanzpaar Joel Danielzyk und Dinah Pauls. Auch der kleine Fahnenträger Marvin Meis hielt, wie alle anderen, tapfer durch, denn im Dom war es extrem frostig: Minus 3 Grad, gefühlte Minus 10 Grad! Das Weihwasser, so war es schon vorher in der Presse zu lesen, war tatsächlich gefroren.
Nach den Karnevalisten zog Kardinal Meisner mit großem Gefolge in sein Gotteshaus ein. Die meisten hatten den Eindruck, dem Kardinal macht es allmählich selber richtig Spaß, inmitten so einer großartigen Kulisse ein Pontifikalamt zu zelebrieren. Launisch und witzig war seine Predigt über Tiere im Dom (geschnitzt ins Chorgestühl ): den Bären, die Taube und den Esel, die als Geschöpfe Gottes uns etwas über unsere Verantwortung als Menschen, Christen und Karnevalisten gegenüber allen Kreaturen sagen können. Besonders die „Eseleien“ seien dazu da, Menschen froh zu machen. Dass Eva im Paradies eine geborene Schmitz sei, sage doch alles aus über die kölschen Patrizier: die Zimmermanns und die Bäckers, die über die Nähe zu Gott streiten.
Die Fürbitten verlasen das designierte Kölner Dreigestirn und das Kinderdreigestirn. Die Kollekte war bestimmt für die seelsorgerische Arbeit im Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße.
Nach dem Gottesdienst sahen die Anwesenden wieder einen feierlichen, Weihrauch geschwängerten Auszug; und die Domstädter schmetterten – wie jedes Jahr – „Am Dom zo Kölle…“. Einige Begeisterte hielt es nicht mehr in den Bänken. Es wurde laut mitgesungen und sogar geschunkelt.
Kardinal Meisner verabschiedete die Kirchenbesucher mit einem, ihm immer leichter von den Lippen kommenden: Kölle Alaaf.


Anne Gelb-Wintrich

 

Bestellen Sie die Karten für die Session 2017/2018.