5 Jahre Ambulanter Karnevals Dienst (AKD)


Wer hätte das am Anfang geglaubt oder für möglich gehalten? Fünf Jahre – so lange schon steht ein kleiner Trupp der „Großen Allgemeinen KG von 1900 Köln e.V.“ (GA)“ auf „den Brettern, die die Welt bedeuten“. Vielleicht nicht „die Welt“, aber gewiss einen wichtigen Teil des Kölner Brauchtums.


Hobby-Karnevalisten der GA schlossen sich vor genau fünf Jahren zusammen, um alten und vor allem kranken Menschen, die nicht mehr in der Lage sind an einer Sitzung der GA oder im Pflegeheim teilzunehmen, den Karneval ans Bett oder ins Haus zu bringen. Das bedeutet: Sie treten auf in Schwerstpflegestationen, Demenzstationen, geschlossener Psychiatrie und Hospizen – und das nicht nur zur Karnevalszeit, denn die älteren Herrschaften können das ganze Jahr über Fröhlichkeit gebrauchen. So wurde die Gruppe von der Pflegedienstleiterin Frau Berger im Haus Simion, Michaelshoven, bei ihrem allerersten Auftritt gebeten, doch auch ein Sommerprogramm zu entwickeln.


Inzwischen ist die Nachfrage so groß, dass die Gruppe tatsächlich nicht nur an Karneval, sondern das ganze Jahr über alle 14 Tage in einem anderen Heim auftritt. Dies ist nur möglich geworden, weil der AKD konstant gewachsen ist. Bei einer Gruppe von 15 Akteuren kann sich jeder auch mal „vertreten“ lassen, damit das Privatleben nicht zu sehr leidet. „Das ist nicht immer so gewesen“, so die Leiterin und Ideengeberin Rita Rheinländer. „Die Beschäftigungstherapeuten der Heime konnten sich die Idee gar nicht vorstellen. Es hieß immer wieder ’wir haben schon eine Sitzung im Haus, wir brauchen nichts mehr’.“ Außerdem glaubt der Autor dieses Artikels, dass dem „ehrenamtlich“ auch nicht so ganz getraut wurde. Aber die Idee setzte sich durch. Kräftige Unterstützung bekam der AKD dabei von den Medien. Diverse Zeitungen, Journale und auch Center TV berichteten über die ungewöhnliche Arbeit des AKD’s.


Das einstündige Programm setzt sich aus kölschen Krätzjer, Verzällcher, Traditionellen Karnevalsliedern, lustigen Gedichten und Geschichten und sonstigen Darstellungen zusammen. Das Erfolgsrezept ist, dass die Senioren mit einbezogen werden. So wird nach jedem drei- bis vierminütigen Vortrag mindestens ein Lied gemeinsam gesungen. Mitmachtanz und Polonaise gehören für die Senioren zu den Höhepunkten. Hier sind die „Schunkleure“ des AKD’s besonders gefordert, denn die Senioren freuen sich, wenn sie von deren Fröhlichkeit mitgerissen werden.


Nach ihrem schönsten Auftritt befragt, sagt Rita Rheinländer: „Jeder Auftritt hat etwas Besonderes, sei es am Bett eines Todkranken im Hospiz im Waldkrankenhaus Bad Godesberg, der nicht mehr mitsingen kann, uns aber voll hört, oder sei es die Abendmatinee im Seniorenheim Leverkusen Börrig oder der große volle Saal im Clarenbachstift am 11.11. mit 70-80 Teilnehmern. Jedoch ganz besonders bewegend war für mich die Einladung des Vorstandes der KG Alt Severin, die einem sehr verdienten Mitglied mit uns eine karnevalistische Freude ans Pflegebett im Wohnzimmer gebracht hat.“


Eines ist jedenfalls klar, die Arbeit des AKD’s wird nicht weniger, sondern mehr, und die Gruppe kann noch weitere Unterstützung gebrauchen. Interesse geweckt? Sprecht einfach Rita Rheinländer oder ein Mitglied der Truppe an!


Rita Rheinländer

 

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