Mädchensitzung 2011


Die Mädchensitzung der „Großen Allgemeinen KG von 1900 Köln e.V.“ (GA) nimmt wieder Fahrt auf. Nach einer vierjährigen Pause warteten mehr als 800 „Mädchen“ gespannt auf den Beginn der zweiten Sitzung nach dieser längeren Unterbrechung. Die Spannung stieg noch weiter, als „Bellejeck“ Paul Brühl die jecken Wiever mit Rede und Gesang auf das kommende Spektakel einstimmte.


Schon beim Einzug pünktlich um 14.15 Uhr am 19. Januar 2011 gaben die Damen im Elferrat ein prächtiges Bild ab. Gaby Sievers, Berufsschullehrerin und langjähriges Mitglied dieser Truppe, hatte 11 Schülerinnen „ihres“ Berufskollegs aus dem Ausbildungszweig „Visagistin“ mitgebracht und die Mädchen animiert, einmal praktisch zu „arbeiten“ und die GA-Damen zu „verschönern“, was ja eigentlich bei diesen von Natur aus schönen Frauen gar nicht nötig gewesen wäre. Selbst Präsident Hans-Peter Vogel war von den ihn umgebenden 10 Grazien und ihrem Outfit so begeistert, dass dies auch auf seine Sitzungsleitung äußerst positiv abfärbte.


Nach dem Einmarsch mit Bellejeck, Plagge, Vorstand, Flöhen (der Kindertanzgruppe der GA) und Elferrat begrüßte der Präsident zunächst einmal ein schon frühzeitig gut gelauntes, feierwilliges Publikum und anschließend die „1. Hennefer Stadtsoldaten von 1983 e.V.“, die als „Kölsche Franzosen“ in den Saal einzogen. Der Auftritt dieser „friedlichsten und liebsten Soldaten auf der Welt“ – wie sie sich selbst nennen – wurde gekrönt durch ihr männliches Mariechen. Das „Spetzebötzje“ Klaus Dieter Scholz erhielt mit seiner gesamten Truppe einen verdienten Riesenapplaus und riss die jecken Wiever von den Sitzen.


Im Anschluss daran brachte Guido Cantz, Humorist und Entertainer, mit seinem Vortrag die Damen im Saal zum Schmunzeln und zum Lachen. Pointiert erzählte er in dem ihm eigenen Stil aus seinem „Leben“ und von Ereignissen aus dem Lokal- und Weltgeschehen. In kürzester Zeit konnte er das gesamte Publikum mit seinem herrlichen Vortrag für sich gewinnen. Eine Rakete war der verdiente Lohn.


Höhepunkt für die GA war natürlich dann die „gesellschaftseigene“ Kindertanzgruppe – die GA-Flöhe“. Die Gruppe konnte in diesem Jahr nämlich einen kleinen Geburtstag feiern. Sie besteht inzwischen seit fünf Jahren. Einige Pänz sind schon von Beginn an dabei, und so kann man die Flöhe fast schon als Kinder- und Jugendtanzgruppe bezeichnen. Christiane Schreiber, die erste Trainerin dieser Truppe, war begeistert von der Arbeit ihrer Nachfolgerin Anna Sahm. Auch in diesem Jahr waren die enormen Fortschritte und die Handschrift der Trainerin bei den dargebotenen drei Tänzen (zwei plus Zugabe) deutlich sichtbar. Die Begeisterung im Saal und der Stolz des Präsidenten waren entsprechend.


Ein Garant für Bombenstimmung ist seit einigen Jahren „Dä Blötschkopp“ Marc Metzger. Auf seiner Webside sagt er selbst, was er sich als berufliches Lebensziel gesetzt hat: „Einfach nur Clown sein“, und das ist ihm vollkommen gelungen! Im Kölner Karneval ist das höchste Lob für einen Bütenredner: „Dä hät dr Saal avjeresse!“ So war es auch an diesem Tag. Faszinierend, was er aus dem vergangenenWinterwetter so alles machte, und zum Brüllen komisch – auch schauspielerisch – seine Endlos-Geschichte über die „Zwillingspferdchen“. Um eine Zugabe kam er natürlich unter dem tosendem Applaus des Publikums nicht herum.


Ehe es in die Pause ging, präsentierte Präsident Hans-Peter Vogel einen weiteren Höhepunkt: die Höhner! „Do simmer dabei!“, war das Motto für den ganzen Saal. Singen, Schunkeln und auch Tanzen waren angesagt. Alte und neue Hits brachten den Saal zum Kochen. Als die Höhner die Bühne verließen, hatten alle die Pause dringend nötig.


Frisch gestärkt durch Speis und Trank begrüßte Präsident Hans-Peter Vogel zu Beginn der zweiten Abteilung die Narrenherrscher Kölns. Prinz, Bauer und Jungfrau machten den GA-Gästen ihre Aufwartung. Gestellt vom sympathischen Traditionskorps der „Bürgergarde blau-gold von 1904 e.V. Köln“ machten Prinz Frank I. (Steffens), Bauer Günter (Flüch) und Jungfrau Reni (Hans Rene Sion) einen hervorragenden Eindruck. Mit einem humorvollen Zwiegespräch – vorwiegend zwischen Prinz und Jungfrau – hinterließ das Dreigestirn einen äußerst sympathischen und liebenswerten Eindruck. Unter großem Jubel und viel Beifall verließen die drei mit ihrer Equipe den Saal.


Als nächste Musikgruppe heizten die Paveier die Stimmung an. „Mädche, nemm mich en dr Ärm“ durfte allerdings nicht wörtlich genommen werden. Die Musiker blieben brav auf der Bühne, und die Mädchen im Saal nahmen sich gegenseitig in den Arm. Schunkeln und Singen war wieder einmal die Hauptsache. Auch die Paveier kamen nicht um Zugabe herum, ehe sie das Podium verlassen durften.


Etwas leiser ging es anschließend beim Vortrag von Bernd Stelter zu. Er selbst bezeichnet sich „eher als Kabarettist“. Aber auch auf der Karnevalsbühne ist er zu Hause. Auch hier bringt er Zuschauer und Zuhörer mit seinen Texten und Liedern zum Lachen. Der etwas ruhigere und stillere Vortrag ist seine Stärke. Es gelingt ihm immer wieder, sein Publikum zum genaueren Zuhören und zum Nachdenken zu animieren.


Danach war wieder Musik angesagt. Die Räuber standen auf dem Podium und brachten den Saal weiter zum Kochen. Ihre Stimmungslieder sind inzwischen fast jedem bekannt, und auch neue Hits kommen in der Regel sofort an. Ein besonderes Bonbon war dieses Mal das von Gino Trovatello vorgetragene Lied „Wat weed sin?“ nach der Melodie von „Que sera“. Auch bei den Räubern ging es nicht ohne Zugabe zu Ende.


Nach der nächsten Darbietung klang es im Foyer: „Der Bühnenumbau hier im Saal ist aber gar nicht so gut gelungen!“ Diese Aussage kam von einigen Tänzerinnen und Tänzern der „Rheinveilchen“. Spitzenmäßige Akrobatik verbunden mit großem tänzerischen Können bot diese Tanzgruppe – übrigens eine der besten in Köln – dem GA-Publikum. Dabei stockte den Zuschauerinnen mehrfach der Atem, wenn die Tänzerinnen sich bei ihren Wurf- und Schleuderfiguren an der Decke abstützen mussten, um so wertvolle Körperteile wie ihre Köpfe vor Verletzungen zu schützen. Bei ihren Tänzen: „Samba“, „En Kölle jebütz“ und „Man müsste noch mal zwanzig sein“ meisterte die Truppe diese Schwierigkeit jedoch hervorragend und erhielt ihren verdienten Lohn von Publikum und Präsident.


Es gibt nicht viele Darbietungen, die im Kölner Karneval als „Schlussnummer“ geeignet sind. Eine Musikgruppe gehört mit Sicherheit dazu: Brings! Seit mehreren Jahren schon fest etabliert bieten sie ein begeisterndes Musik-Programm. Abwechslungsreich, rockig und fetzig begeisterten sie die „jecken Wiever“, die im Saal fleißig „mittobten“. Einen solche Abschluss wünscht sich jeder Präsident. Auch Hans-Peter Vogel sang am Ende begeistert mit „Mama, wir danken dir.“ Danach blieb ihm nur noch übrig, sich bei allen Helferinnen und Helfern vor und hinter der Bühne, vor allem aber auch bei dem Spitzen-Publikum zu bedanken und die Sitzung zu schließen.


Bernd Tewes

 

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