Studienreise der Großen Allgemeinen KG von 1900 Köln e. V.
ins Heilige Land


Der Ehrenratsherr der „Großen Allgemeinen KG von 1900 Köln e. V. (GA), Karl-Heinz Scherer erzählte immer wieder von seinen Erlebnissen in Israel. So wurde die Idee geboren, dass die GA eine Reise nach Israel anbietet und so kam es, dass am 03.05.2010 eine Gruppe von 19 Personen die Reise antrat. In zwölf Tagen sollte das „Heilige Land“ erkundet werden.


Nach einem ruhigen Flug landete die Maschine der Lufthansa pünktlich in auf dem Flughafen „Ben Gurion“ in Tel Aviv. Die Einreiseformalitäten waren schnell erledigt. Die örtliche Reiseleitung brachte uns zum Bus mit dem es dann zu dem ersten Quartier nach Tabgha am See Genezareth ging. Das Pilgergästehaus vom „Deutschen Verein vom Heiligen Land“ liegt in einer wunderschönen Parkanlage direkt am See. Von dort aus sollte das Programm für die nächsten Tage erfolgen.


Der nächste Morgen begann mit einer Morgenbetrachtung direkt am See, denn auch das geistliche sollte während dieser Fahrt nicht zu kurz kommen. Pfarrer Jürgen Martin segnete die Pilgerabzeichen und verteilte sie an die Teilnehmer. Anschließend stand der Besuch der Brotvermehrungskirche auf dem Programm. Diese, im byzantinischen Stil erbaute Kirche gehört zu einem von deutschen Mönchen seit 1906 unterhaltenen Benediktinerkloster. Zu der Anlage gehört auch die Jugend-Begegnungsstätte Beit Noah. Es handelt sich hierbei um eine Begegnungsstätte für israelische und arabische Behinderte und kriegsverletzte Kinder und Jugendliche.


Auch ein Besuch der Stadt Nazareth stand auf dem Programm. Nazareth ist mit 65.000 Einwohnern die größte arabische Stadt in Israel und eines der großen christlichen Zentren des Landes. Die Verkündigungskirche ist die größte Kirche im nahen Osten und steht dort, wo der Erzengel Gabriel der Jungfrau Maria die Geburt Christi verkündet haben soll. In der Kirche des hl. Gabriel befindet sich ein so genannter Marienbrunnen. An diesem Brunnen soll Maria nach griechisch-orthodoxer Überlieferung der Erzengel erschienen sein. Womit mal wieder bewiesen ist, dass sich die Kirchen nicht einig sind. Weiter ging es auf den Berg Tabor wo die Kirche der Verklärung Christi steht. Die Umgebung des Sees Genezareth sollte natürlich auch nicht zu kurz kommen, da es rund um den See auch sehr viele Sehenswürdigkeiten gibt. Direkt an der Unterkunft hatten wir ständig Besuch von Klippschliefern. Das sind Tiere in der Größe wie Kaninchen, die aber zur Familie der Elefanten gehören. Die waren so zutraulich, dass sie bis vor die Zimmertüren kamen und ließen sich auch durch nichts aus der Ruhe bringen. Unmittelbar vor Tabgha befindet sich der Berg der Seligpreisungen mit der gleichnamigen Kirche. Diese wurde 1938 nach Plänen von Antonio Barluzzi und im Auftrag des italienischen Diktators Mussolini errichtet. Sie bezeichnet die Stelle, an der Jesus die Bergpredigt gehalten haben soll. Rund um die Kirche ist eine wundervolle Parkanlage und man genießt einen herrlichen Blick auf den See und die Umgebung. Von dort aus fuhren wir dann nach Kapharnaum eine kleine, seit dem 2 Jh. v. Chr. bestehende Hafenstadt am Nordufer des See Genezareth. Zu den bekanntesten Ausgrabungen gehört eine Synagoge aus dem 4. Jh. An dieser Stelle soll auch bereits zurzeit Jesu eine Synagoge gestanden haben, in der er gelehrt hat. Ebenfalls erwähnenswert ist das Haus des Petrus über dem nun eine moderne Petruskirche errichtet ist. Die Mittagspause verbrachten wir im Kibuz „Ein Gev“ wo die Gelegenheit bestand den leckeren, aber sehr grätigen Petrusfisch zu probieren. Mit dem Boot fuhren wir anschließend nach Tiberias. Es ist schon beeindruckend wenn das Boot mitten im See für ein paar Minuten anhält, den Motor ausschaltet und man absolut gar nichts hört. Diese Ruhe haben alle sichtlich genossen. Neben Jerusalem, Hebron und Safed ist Tiberias eine der vier heiligen Städte der Juden. Vor allem im Winter besuchen sehr viele Urlauber diesen Ort am Westufer des Sees Genezareth wegen der warmen Heilquellen. Den Ort konnten wir auf eigene Faust erkunden was einige zu einem ausgiebigem Einkaufsbummel oder gemütlichen Kaffeetrinken nutzten.


Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen vom See Genezareth und wir fuhren von Galiläa nach Jerusalem. An den Jordanquellen wurde Taufwasser geweiht um damit Enkelkinder oder Kinder von Freunden und Bekannten zu taufen. Auch die Zwillinge unseres Ratsherrn Dr. Bernd Tietze sind mit diesem Wasser getauft worden. Nach der Mittagspause in einem Drusendorf fuhren wir vom Toten Meer aus Richtung Jerusalem. Im frühen Abendlicht konnten wir vom Skopusberg einen wunderschönen ersten Blick auf Jerusalem werfen. Da in der Altstadt von Jerusalem keine Busse zugelassen sind hieß es am Busbahnhof aussteigen und zu Fuß gehen. Das Gepäck brauchte aber keiner zu schleppen, dafür stand ein Trecker mit Anhänger zur Verfügung. Wir hatten Jerusalem am Freitag nach Sonnenuntergang erreicht und somit hatte der Sabbat begonnen. Ein besonderes Erlebnis war daher der Besuch der Westmauer des Tempels (Klagemauer) zur späten Stunde.


An den nächsten beiden Tagen galt es Jerusalem zu erkunden. Zunächst wurde die Grabes- und Auferstehungskirche besucht, jene Stelle an der Jesus gekreuzigt, begraben und auferstanden sein soll. Hier endet auch die Via Dolorosa, die Straße, die Jesus mit dem Kreuz gegangen sein soll. Unter dem Altar Klavarienbergkapelle befindet sich die Öffnung, in der das Kreuz gestanden haben soll. In diese Öffnung kann man mit der Hand reinlangen und versinkt unweigerlich bis zum Ellenbogen darin. Um einen Blick in die Auferstehungskapelle werfen zu können muss man viel Geduld haben. Stundenlanges warten ist unter Umständen nicht ausgeschlossen. Der größte Teil der Kirche wird von den griechisch-orthodoxen Christen verwaltet. Die römisch-katholische Kirche hat lediglich in der Kalvarienbergkapelle die Stelle an der Jesus an das Kreuz geschlagen worden sein soll und eine kleine Seitenkapelle innerhalb der Kirche. Die Altstadt von Jerusalem ist ein einziger Basar. Es gibt unheimlich viel zu bestaunen und die orientalischen Düfte der Gewürze steigen einem in die Nase. Die Händler versuchen immer wieder die Leute zum kaufen und natürlich auch handeln zu animieren.


In der Dormitio Abtei auf dem Berg Sion besuchten wir den Sonntagsgottesdienst. Nach dem Gottesdienst hatten wir die Gelegenheit, mit dem Abt ein paar Worte zu wechseln. Der Vorsitzende der “GA“, Kurt Niehaus, ließ es sich natürlich nicht nehmen, ihm den Sessionsorden zu überreichen. Von dort aus machten wir einen Spaziergang zum Abendmahlssaal und besuchten auch das Grab von König David. Dann hieß es mal wieder anstehen, den wir wollten auf den Tempelberg. Nach dem die Sicherheitskontrollen passiert waren konnten wir endlich die Al Aksa-Moschee und den Felsendom besichtigen. Leider sind nur Außenbesichtigungen möglich. Ein betreten ist nur Muslimen erlaubt. Durch das Löwentor erreichten wir den Garten Gethsemane. Der Garten Gethsemane ist buchstäblich übersät mit Kirchen. Erwähnt sei hier nur die Kirche der Nationen, die 1924 von Antonio Barluzzi im Auftrag von zwölf Nationen erbaut wurde. Vor dem Hauptaltar ist ein des sog. „Todesangstfelsens“ sichtbar auf dem Jesus gekniet haben soll. Uralte Olivenbäume sollen noch aus dem 1. Jh. stammen.


Für den nächsten Tag stand dann Bethlehem auf dem Programm. Bethlehem wird als die Geburtsstadt Jesu verehrt und liegt im Palästinensergebiet, d. h. wir haben Israel verlassen. Es ist schon erschreckend, wie die Israelis rings um Bethlehem eine Mauer gebaut haben. Es ist kein Vergleich zu der Mauer, die bis vor wenigen Jahren noch Deutschland getrennt hat. In Bethlehm ist es natürlich Pflicht, die Geburtskirche zu besichtigen wo wir bei 30 Grad in einer heiligen Messe „Weihnachten“ feierten. Bethlehm ist Partnerstadt von Köln und so war es auch selbstverständlich, dass wir mit geballter Macht zum Empfang beim Bürgermeister eintrafen. Der Bürgermeister erzählte uns etwas über Bethlehem und seine Arbeit als Bürgermeister. So hat der verstorbene Palästinenserführer Arafat bestimmt, dass der Bürgermeister von Bethlehem Palästinenser und Christ sein muss. Arafat selber hat jedes Jahr Weihnachten, gemeinsam mit seiner Frau, die Geburtsmesse in Bethlehem besucht. Die Frau von Arafat war Christin. Weiterhin erzählte er, wie er behandelt wird, wenn er mal beruflich nach Israel muss. Obwohl er bei den israelischen Grenzern bekannt ist, ist stundenlanges warten nicht ausgeschlossen. Alles in allem war es ein sehr informatives Gespräch. Der Bürgermeister und sein Stellvertreter bekamen natürlich auch den Orden der Gesellschaft vom Vorsitzenden Kurt Niehaus überreicht. Wie es sich natürlich für einen Karnevalsverein gehört durften auch ein paar Karnevalslieder nicht fehlen und selbst der Bürgermeister ließ es sich nicht nehmen mitzusingen und zu schunkeln. Kurt Niehaus nahm eine Erinnerungsplakette für das Kasino der GA entgegen und jeder Teilnehmer erhielt einen Schal mit dem Wappen Palästinas. Bei einem Besuch in einer Olivenholzschnitzerei wurde die eine oder andere Weihnachtsdekoration käuflich erworben. Auf der Rückfahrt nach Jerusalem wurde dann sehr deutlich, wie Bethlehem von der Außenwelt abgeschnitten ist als zwei Grenzer mit Maschinenpistolen durch den Bus patroulierten.


Endlich mal keine Kirchen wird so mancher gedacht haben als am nächsten Tag die Fahrt nach Massada durch die jüdische Wüste begann. Die „uneinnehmbare“ Festung des Herodes war im Jahr 73 n. Chr. letztes Bollwerk des jüdischen Aufstands gegen die Römer. Man kann die Festung entweder zu Fuß über den Schlangenweg oder mit der Seilbahn erreichen. Wir haben die Seilbahn gewählt. König Herodes ließ die Festung 36 – 30 v. Chr. als Fluchtburg mit prächtigen Residenzbauten errichten. Von 69 – 73 n. Chr. haben mehr als 950 Männer, Frauen und Kinder der römischen Belagerung in der Festung standgehalten. Am 02. Mai 73 fiel die Festung und das ganze endete in einem Maßensselbstmord; eine Kapitulation war ausgeschlossen. Nachdem wir uns ein paar Stunden in Massada aufgehalten hatten fuhren wir zum Toten Meer wo ein längerer Aufenthalt eingeplant war, sodass Gelegenheit zum ausgiebigen baden und erholen bestand. Na ja, so richtig baden ist nicht. Man muss oder sollte das Tote Meer rückwärts betreten da einem irgendwann Standfestigkeit entzogen wird. Das Salzwasser in den Augen ist keinem zu wünschen, aber dass man da bequem Zeitung lesen kann im Wasser stimmt wirklich. Ein bisschen Religion musste an dem Tag auch noch sein und so wurde zum Abschluss noch Qumran besucht, die Stadt am Toten Meer, wo die legendären Rollen mit den ältesten erhaltenen Bibel-Manuskripten gefunden wurden. Die Originalrollen befinden sich heute im Schrein des Buches, der ein Teil des Israel-Museum ist, in Jerusalem.


Noch eine Partnerstadt von Köln befindet sich in Israel nämlich Tel-Aviv. Tel-Aviv ist hebräisch und die heißt übersetzt „Hügel des Frühlings“. Tel-Aviv ist eine Stadt, wie sie auch mit einer westlichen Großstadt zu vergleichen ist. Hier pulsiert das Leben. Der Israeli sag nicht umsonst „In Jerusalem beten, in Haifa arbeiten und in Tel-Aviv leben“. Zuvor war jedoch noch ein Abstecher nach Jafa einer alten Hafenstadt angesagt. Von hier aus soll Petrus mit dem Schiff zu seiner Reise nach Rom aufgebrochen sein. In Tel-Aviv fand dann natürlich auch wieder ein Empfang bei der Verwaltung statt. Wir waren sehr überrascht wie gut der Bürgermeister deutsch sprach.


Christi Himmelfahrt in Israel ist natürlich auch etwas Besonderes. Nach einem gemeinsamen Gottesdienst ging es hinauf auf den Ölberg zur Himmelfahrt Moschee. Diese Moschee befindet sich im Privatbesitz kann aber besichtigt werden. Von dieser Stelle aus soll Jesus in den Himmel aufgenommen worden sein, Fußabdrücke auf dem Boden belegen das. Zu Christi Himmelfahrt dürfen die Katholiken jedoch einen Gottesdienst in der Moschee halten. Auch ein Novum, was es so kein zweites Mal auf der Welt geben dürfte. Der Nachmittag stand ganz im Zeichen der Shoah wir fuhren nach Yad Vashem.


Nach dem Abendessen im Quartier trafen wir uns zum gemütlichen Ausklang, denn jede schöne Reise geht einmal zu ende. Alle waren sich einig, dass in der Gruppe nur Harmonie und Einigkeit herrschte. Es war für alle ein wunderbares Erlebnis diese Stätten gesehen zu haben. An unseren israelischen Reiseleiter Moses überreichte Kurt Niehaus noch den Sessionsorden der Gesellschaft und die Kölnflagge verbunden mit dem Dank für die Betreuung während unseres Aufenthalts. Danke gesagt wurde auch an Karl-Heinz Scherer für die hervorragende Organisation der Fahrt und an Pfarrer Jürgen Martin für die geistliche Betreuung während der Fahrt.


Am nächsten Tag hieß es nur noch Koffer packen und Abreise was auch noch ein Erlebnis für sich war. Auf Grund der strengen Sicherheitskontrollen am Flughafen wird man mit seinem Gepäck von einer Ecke zur nächsten, von einer Etage auf die andere geschickt. Sicherheitsbefragungen, Koffer durchleuchten, eventuell Koffer noch mal aufmachen usw. Aber endlich saßen wir alle im Flugzeug und konnten glücklich und zufrieden die Heimreise antreten.


Leo Herb-Bauer

 

Bestellen Sie die Karten für die Session 2017/2018.