Gala zum 11. im 11. – Et jeit widder loss


Hä säht: „Hoffentlich pass ming Litewka noch! Letz Johr wor se schon ärch spack!“
Un sei säht: „Wat soll ich bloß ahntrecke? Ich han doch nix mih im Schrank! Unbedingk muss ich jet Neues han!“


Das sind so gewiss die Erörterungen in vielen Familien, wenn die „Große Allgemeine KG von 1900 Köln e.V.“ (GA) zur Sessionseröffnung einlädt. Wie sollte es da zum Auftakt 2010/2011 auch anders gewesen sein? Nachdem alle diese „Probleme“ zufriedenstellend gelöst waren, konnte die Gala zum Elften im Elften endlich starten. Im großen vollbesetzten Ballsaal des Senatshotels hieß es am 13.11.2010 für die Mitglieder und Gäste der GA „Et jeit widder loss“. Alle waren gespannt: „Wie wird es diesmal sein? Was hat sich der Vorstand einfallen lassen, um uns einen schönen Abend zu schenken?“


Schon der Empfang enttäuschte keineswegs. Vorsitzender Kurt Niehaus, Orgaleiter Lothar Oestreich und Geschäftsstellenleiter Martin Bracker empfingen die weiblichen Gäste mit einer herrlichen langstieligen Rose und dem neuen aktuellen Sessionsorden. Auch die männlichen Gäste konnten ihren Gesellschaftsorden entgegennehmen.


Dann „jing et wirklich loss“, als Präsident Hans-Peter Vogel pünktlich um 20.00 Uhr die Mitglieder, Gäste und Freunde der GA begrüßte, besonders die Prinzipalin des Senftöpfchen Theaters Alexandra Kassen, den Präsidenten der „K.G. Alt-Severin e.V. 1951“ Hans-Jürgen Schmitz, den Präsidenten der „Großen K.G. Greesberger e.V. Köln von 1852“ Detlef Kramp mit Gattin Ingrid, von derselben K.G. den Senatspräsidenten Günter Post mit seiner Lilo und den Ehrensenatspräsidenten Heinz Orth mit seiner Karin sowie von der eigenen Gesellschaft den Ehrensenatspräsidenten Paul Neumeister mit seiner „Eule“ (Das ist keine Beleidigung, sondern der Kosename seiner Karin, den nicht jeder verwenden darf!). Im Anschluss daran konnte endlich das erste „Alaaf“ der neuen Session ertönen.


Es folgte als erster Höhepunkt der Gala der Auftritt der Kindertanzgruppe der GA, der „Flöhe“. Wie jedes Jahr begeisterte die Truppe mit ihrem Programm: „Vun he noh do noh Kölle“. Diesmal standen zwei Tänze zu den kölschen Liedern „Kumm, loss mer danze“ und „Himmlisch jeck“ am Anfang ihrer Show, gefolgt von einer Sonderzugabe – dem „Jubiläumstanz 111 Jahre GA“. Es war erstaunlich, dass es Trainerin Anna Sahm geschafft hatte, die Flöhe weiter zu verbessern. Sie hat wohl einfach die Fähigkeiten, „ihre“ Kinder zu prägen – sowohl vom Tänzerischen (sie selbst tanzt aktiv bei der Luftflotte) als auch vom Pädagogischen her (sie kann die Pänz begeistern und führen).


Als Präsident Vogel nun dem „Stolz der GA“ auch im Namen des begeisterten Publikums seinen Dank aussprechen wollte, wurde er vom Vorsitzenden Kurt Niehaus unterbrochen. „Programmänderung“, hieß es zum Erstaunen des ahnungslosen Präsidenten. Kurt Niehaus begrüßte Uwe Brüggemann vom „Festkomitee des Kölner Karnevals von 1823 e.V.“, der u.a. für die Mitgliederbetreuung zuständig ist. Dieser erläuterte zunächst einmal den Werdegang des Präsidenten in der GA und seine großen Verdienste für die Gesellschaft und den Kölner Karneval. Aus den genannten Gründen verlieh Uwe Brüggemann im Namen des Kölner Festkomitees dem sichtlich gerührten Hans-Peter Vogel den „Verdienstorden in Silber“. Nach seinen herzlichen Dankesworten durfte Hans-Peter Vogel sein „unterbrochenes“ Programm fortsetzen.


Zurück zu den Flöhen: Der Präsident konnte sich jetzt endlich bei der Truppe für ihren großartigen Auftritt bedanken, besonders bei Pauline Linden für flotte Ansagen, bei der Trainerin Anna Sahm, bei der Leiterin Angi Meis, bei der Co-Trainerin Cleo Danielzyk, bei dem Tanzoffizier Joel Danielzyk und dem Plaggenträger Marvin Meis. Nach einer weiteren Zugabe galt der Dank besonders den Eltern der Flöhe, die viel Zeit und Mühen aufbringen, um die Kinder bei deren Hobby zu unterstützen. Aber damit nicht genug: Hans-Peter Vogel begrüßte die Eltern der Flöhe-Trainerin, Anita Sahm und Hans Paffrath-Sahm. Die beiden waren von den Flöhen so begeistert, dass sie sich eine große Überraschung ausgedacht hatten. Sie stifteten der Kindertanzgruppe einen tollen neuen „Plagge“. Fahnenträger Marvin Meis hatte große Mühe, die schwere Standarte zu heben und zu bewegen, als Präsident Vogel den ersten Orden überhaupt daran befestigte, nämlich den der GA. Bei der launigen Übergabe erwähnte Hans Paffrath-Sahm, dass sein Vater Rudolf Paffrath im Jahre 1973 den höchsten Orden der GA, den Orden „För dat äch Kölsche Hätz“, erhalten hatte. So folgt interessanterweise die Enkelin Anna ihrem Großvater Rudolf in den Annalen der Großen Allgemeinen, und ihre Eltern schließen sich ebenfalls der Gesellschaft an. Doch auch das war noch nicht alles: Alle Flöhe erhielten vom Vorstand ihren speziellen und traditionellen „Schokoladenorden“, und die fünf „Gründungsmitglieder“ – Annalena Schmitz, Lara Schmitz, Melina Struve, Marvin Meis und Joel Danielzyk wurden mit der „Verdienstmedaille in Bronze“ ausgezeichnet. Blumen für Anita Sahm, eine Flasche Chateau de Kayjass für Hans Paffrath-Sahm und ein dreifaches „Alaaf“ beendete diesen Riesenauftritt der Flöhe.


Vor der ersten Tanzrunde mit der Kapelle „High Energy – The finest art of partysound“ aus Idstein konnte Präsident Vogel weitere Ehrengäste begrüßen: Das „Kölsche Urgestein us dem Vringsveedel“ (so im Internet) Reinold Louis mit seiner Gattin Katharina, den Senatspräsidenten der KG „Die Grosse von 1823 e.V.“ Günther Radajewski mit seiner Gisela, die Mundartdichterin Paula Hiertz, die eine Rundfunksendung mit der GA moderiert hatte sowie den neuen Vorsitzenden der „Freunde und Förderer der GA“ Ronald Jungheim mit Gattin.


Danach hatte wieder Präsident Vogel das Wort. Er kündigte den nächsten Programmpunkt des Abends an: Cito Pilini, Jongleur, Zauberer und Clown. Als „Comedy Juggler“ – Jongleurshow der besonderen Art, als „Crazy Magician“ – es passiert beim Zaubern nie das, was er will, und als „Clown“ – Spiel mit Glocken unter Einbeziehung des Publikums, bot er eine begeisternde und rasante Bühnenshow, die mit viel Beifall, dem Orden der Gesellschaft und einem dreifachen „Alaaf“ belohnt wurde.


Danach stand der neue „Bellejeck“ parat – Paul Brühl, der in der Session 2010/2011 diese Symbolfigur des Kölner Karnevals und der GA verkörpern wird. Am Anfang seiner Inthronisierung standen die Ernennung zum Ratsherrn und ein besonderer Dank für 25 Jahre Mitgliedschft in der GA. Es folgte die Überreichung der Belle (Schelle) als Zeichen seiner neuen Würde. Für das auf seine kurze Dankesrede folgende, von ihm selbst vorgetragene Lied: „Ich ben d’r Bellejeck“ (nach der Melodie von „Ich ben ene kölsche Jung“) erhielt er lang anhaltende stehende Ovationen. Den Abschluss bildete als persönliches Dankeschön für die große Unterstützung vor seiner Inthronisierung die Verleihung eines speziell für ihn geschaffenen Bellejeck-Stickers an Werner Kürten, Max Rheinländer und Heike Beiler. Nach einem dreifachen „Alaaf“ durfte sich der Bellejeck vorerst noch für kurze Zeit wieder ins Privatleben zurückziehen.


Während der nun folgenden zweiten Tanzrunde bestand dann für alle Gala-Besucher die Gelegenheit, sich entweder am Platz etwas zu erholen oder aber sich aktiv auf der Tanzfläche zu bewegen.


Inzwischen ist es schon Tradition geworden, dass irgendwann im Verlauf der Gala der Geschäftführende Vorstand der GA auf die Bühne gerufen wird. Jeder Kenner weiß, dass dann ein besonderer Höhepunkt bevorsteht – die Verleihung des Ordens „För dat äch Kölsche Hätz“. Der Ordensträger der Session 2010/2011 hieß Reinold Louis, einer der besten, wenn nicht sogar der beste Kenner des Kölner Karnevals. Er hat sich als Buchautor, als Rundfunk- und Fernseh-Moderator sowie durch viele Vorträge einen Namen gemacht. Präsident Vogel hob in seiner Laudatio weiterhin die vielen Auszeichnungen hervor, die Reinold Louis zuteil wurden. Hier seien nur die Goldene Ostermann-Medaille, die Goldene Millowitsch-Medaille, der Köln-Literaturpreis, der Rheinlandtaler und der Verdienstorden in Silber des Kölner Festkomitees erwähnt. „Reinold Louis ist also ein würdiger Träger dieses höchsten Ordens der Großen Allgemeinen“, schloss Präsident Vogel seine Laudatio ab. Der Geehrte sprach auf humorvolle Art und Weise seinen Dank für die Auszeichnung aus und schloss mit seinem Lieblingsgedicht über Köln. Ein Blumengruß für die Gattin und ein dreifaches kräftiges „Alaaf“ beendeten die verdiente Ehrung.


Leicht und locker ging es dann mit der Verleihung der GA-Verdienstmedaille in Silber an Volker Frank für seine tatkräftige Hilfe bei der Pflege des Internet-Auftritts der GA in die dritte Tanzrunde.


Den Schluss des Programms bildete die „Brauchtumsgruppe Fidele Kölsche e.V.“ mit ihrem schmissigen Bühnenprogramm. Allerdings schauten beim Einmarsch dieser tollen Truppe einige GA-ler äußerst verdutzt drein; denn mittendrin war die von den Fidelen Kölschen „geklaute“ neue Fahne der GA-Flöhe. Das kommt eben davon, wenn man seinen Plagge unbeaufsichtigt lässt. Nur mit der angemessenen Menge Kölsch konnte die Standarte wieder ausgelöst werden. Die Brauchtumsgruppe selbst wurde in der Session 1988/89 von Peter Hörth und Marcel Geipel (heute noch Präsident und 1. Vorsitzender!) gegründet. Sie begeistert stets – so auch bei der Gala – mit einer tollen musikalischen Show in Kostümen kölscher Originale sowie diverser Typen des Hänneschen-Theaters und des volkstümlichen Karnevals. Stimmung hoch drei war garantiert, und auch der Dank durch den Präsidenten mit Orden und Alaaf war ihr sicher. Ein gleicher Dank galt dann noch der Kapelle „High Energy“, die den Abend bzw. den Morgen mit Tanzmusik – open end – beschloss.


Bernd Tewes

 

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