Der Senat in Eupen


Das war eine Senatstour der besonderen, noch nie da gewesenen Art! Drei mit Senatoren der „Großen Allgemeinen KG von 1900 Köln e.V.“ (GA) voll gepackte Privat-PKW’s starteten am Samstag, dem 11. September 2010, von den Bächen aus zu ihrer traditionellen Jahrestour ohne Damen. Zunächst einmal stand der Besuch der – man muss sie inzwischen schon so bezeichnen – GA-Frühstücks-Gaststätte „Waldhof“ in Bornheim-Merten auf dem Programm. Auch die wie schon so oft von der Gesellschaft bei den verschiedensten Touren genossene abwechslungsreiche, reichhaltige und ausgezeichnete Morgen-Mahlzeit kann inzwischen wohl als traditionell bezeichnet werden.


Auf jeden Fall waren alle rundum gesättigt, als die Herren sich auf den Weg zum eigentlichen Ziel der Tour machten: Eupen. In diesem charmanten belgischen Städtchen empfing Frédéric-Charles Bourseaux (kurz: F.C. genannt), Administrator-Direktor der Kabelwerk Eupen AG, die angereisten Kölner und informierte sie bei einer Tasse Kaffee oder Kaltgetränken über „sein“ Werk. Anschließend lernten die Senatoren bei einem Rundgang die imposanten Produktionsstätten kennen.


Die Entwicklungsgeschichte des Kabelwerkes Eupen reicht urkundlich bis ins Jahr 1747 zurück. Entstanden aus einer Seilerei kam es Ende des 19. Jahrhunderts zur Erweiterung der Produktion um die Herstellung von Kabeln und zu weiteren Modernisierungen und Weiterentwicklungen (z.B. durch die Erfindung der Kunststoffe oder durch die Entstehung der modernen Kommunikationstechniken). Hochwertige Kabel und eine vielseitige Produktpalette in diesem Bereich sind Schwerpunkte der Firma, die heute in der vierten Generation geführt wird. „Der Name „EUPEN“ steht als Symbol für Qualität, Lieferbereitschaft und Vertrauen“. So drückt es das Informationsheft der Kabelwerk Eupen AG aus.


Nach dieser beeindruckenden Besichtigung fuhren die Herren mit F.C. zur „Wesertalsperre“ Eupen. Hier begann auf der Aussichtsterrasse des Talsperren-Restaurants ein interessanter karnevalistischer Gedankenaustausch. Olivier Krings von der Aktionsgemeinschaft Eupener Karneval (AEK) – vergleichbar mit dem Kölner Festkomitee – erklärte, dass Eupen die älteste Karnevals-Hochburg Belgiens sei, und gab einen kurzen geschichtlichen Abriss über den Karneval und über den Sessionsablauf in seiner Heimatstadt.


Sessionseröffnung ist jeweils am Sonntag nach dem 11.11. mit lokalem Programm bei freiem Eintritt. Es folgen noch im „alten“ Jahr Sitzungen der sieben Traditionsgesellschaften, die auch nach Neujahr jeweils im Wechsel bei der Prinzenproklamation den Prinzen stellen. Es gibt zwar in Eupen ein Dreigestirn, aber anders als in Köln. Dem Prinzen stehen hier zwei Paginnen als Prinzessinnen zur Seite. Danach finden bis zu den Karnevalstagen die verschiedensten Sitzungen statt. Weiberfastnacht wird als Alt-Weiber-Donnerstag im Kostüm, vorwiegend als „alte Weiber“, gefeiert. Am Freitag danach beginnt der Straßenkarneval. Der Karnevalssonntag ist der Tag des Kinderprinzen (ebenfalls begleitet von zwei Paginnen) mit dem Kinderzug. Höhepunkt ist dann natürlich der Rosenmontagszug. Mit dem Karnevalsdienstag endet die Session.


Im Anschluss daran zeigte der Präsident der GA, Hans-Peter Vogel, kurz die Geschichte des Kölner Karnevals und der Gesellschaft sowie deren Aktivitäten auf.


Ein Spaziergang zur Staumauer rundete diesen Teil der Tour ab, wo F.C. die wichtigsten Daten der Talsperre erläuterte. Die Wesertalsperre ist nämlich das wichtigste Trinkwasserreservoir Belgiens. Gespeist von zwei Bächen – der Weser (Vesdre) und dem Getzbach – hat sie einen Inhalt von ca. 25 Millionen Kubikmetern. Sie stellt täglich 82500 Kubikmeter aufbereitetes Trinkwasser bereit, mit denen u.a. das Eupener Land, das Herver Land, die Vororte von Lüttich und die Stadt Spa versorgt werden.


Nach einer kurzen Autofahrt erreichte die Gruppe das letzte Ziel dieses ereignisreichen Tages: Das Restaurant „Haus Ternell“ im Naturzentrum Ternell. Dringend erforderlich war nach den vielen vorherigen Anstrengungen eine körperliche Stärkung. Ein ausgezeichnetes Menü mit belgischem Bier oder alkoholfreien Getränken für die Fahrer trug dazu bei. Es gab – von den meisten noch nie gegessen – zunächst einmal eine leckere Spinatsuppe. Gefüllter Putenbraten mit Rahm-Champignons, Salatgarnitur und original belgischen Fritten folgten vor dem Dessert, selbst gebackenem, warmem Pflaumenkuchen mit Mandeln und Sahne. Beim Verlassen des Restaurants stellten die Senatoren fest, dass noch ein „Absacker“ fehlte. So nahmen alle auf der Außenterrasse wieder Platz und wurden erst bei abendlicher Abkühlung nach Hause vertrieben.


Bernd Tewes

 

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