Wecken der Jecken mit dem Bellejeck


Eine Eiseskälte von minus 6 Grad, gefühlte minus 10 Grad, leichter Schneefall, und das alles am frühen Morgen des 11. Februar 2010 um 6.30 Uhr. Im Kölner Hauptbahnhof war trotzdem schon der Teufel los. Die „Große Allgemeine von 1900 Köln e.V.“ (GA) hatte zum zweiten Mal mit dem Bellejeck zum „Wecken der Jecken“ eingeladen. Wie schon vor über einhundert Jahren sollte der Bellejeck durch die Straßen Kölns ziehen, um das närrische Volk aus den Betten zu holen, einschließlich des diesjährigen Trifoliums.


Mehr als 150 bunt kostümierte, fröhliche Menschen sangen und schunkelten sich in dieser Herrgottsfrühe unter der musikalischen Begleitung des Spielmannzuges der „Treuen Husaren“ warm, um sich dann auf den Weg zum Pullman-Hotel zu machen, in die „Hofburg“ des Dreigestirns. Mit ihrem Musikkorps waren auch Vorstandsmitglieder der „Treuen Husaren“ dabei: Präsident Dr. Martin Schauermann und Senatspräsident Dr. Hans-Joachim Vogt.


Wie es sich für einen ordentlichen Zug gehört, gingen die Fahnenträger mit dem Vorstand der GA vorneweg, danach das riesengroße Musikkorps und dann all die Jecken. Erstes Ziel war die „Kaffeebud“ am Alter Markt. Mit belegten Brötchen und Kaffee gestärkt (besonders Mutige tranken sogar schon Kölsch), ging es mit Musik und Gesang weiter Richtung Pullman-Hotel. Peter Buchbender, Kommandant des Musikkorps, heizte seinen Musikern nochmal tüchtig ein, und sie spielten all die herrlichen kölschen Liedcher (natürlich auch den „Treuen Husar“), bis bei manchem Musiker die Ventile der Instrumente einfroren. An der großen Karnevalsfigur der GA auf der Schildergasse und an der Oper wurde eine kleine Verschnaufpause eingelegt, um ein Platzkonzert zu geben. Dann ging es ohne Verzögerung zum Pullman-Hotel in die Helenenstraße.


In der Lobby des Hotels versammelten sich alle Zugteilnehmer. Dr. Joachim Wüst und Uwe Brüggemann vom Festkomitee erwarteten die Jecken schon im Foyer. Bei leckerem Kölsch und netten Gesprächen bereitete man sich auf die Ankunft des Trifoliums vor. Der Bellejeck Ludger Brackmann wartete auf sein Interview mit dem Dreigestirn und war sichtlich froh, als dieses endlich aus der berühmten achten Etage dem Aufzug entstieg. Präsident Hans-Peter Vogel begrüßte die drei im Namen der GA und gab das Wort an den Bellejeck weiter. Freundlichkeiten wurden ausgetauscht. Aber leider war man wie immer sehr in Eile, Prinzenführer Rüdiger Schlott mahnte zur Abfahrt, und dem Bellejeck blieb nur noch die Geschenkübergabe: drei warme Schals mit dem Emblem der GA. Die „Treuen Husaren“ hatten auch noch andere Verpflichtungen und verabschiedeten sich.


Für den Rückweg ins „Brauhaus Sion“ erwartete die Jecken noch eine Überraschung. Dem Vorstand war es gelungen, drei Musiker zu finden, die die Originalinstrumente spielten, die den Bellejeck in seiner historischen Zeit begleitet hatten: Geige, Trommel und Akkordeon, letzteres bekanntlich auch „Quetsch“ genannt. An den Straßen standen inzwischen schon viele kostümierte Jecken und klatschten den Zugteilnehmern Beifall.


In der nächsten Session, wenn die „Große Allgemeine“ ihre historische Figur zum dritten Mal wieder aufleben lässt, wird das für die Kölner schon Tradition sein.


Anne Gelb-Wintrich

 

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