Kölsche Mädchensitzung


Die „Große Allgemeine KG von 1900 Köln e.V.“ (GA) hatte wirklich keine Kosten und Mühen zum Wiederaufleben der Mädchensitzung gescheut. Im schön geschmückten großen Saal des Pullman-Hotels saßen am 20. Januar 2010 fast achthundert herrlich kostümierte „Wiever“ und machten sofort mit Beginn der Veranstaltung Stimmung ohne Ende.

Die Hennefer Stadtsoldaten zogen mit dem Präsidenten der GA, Hans-Peter Vogel, den Plaggen und dem Mädchenelferrat mit viel Tam Tam pünktlich um 14.15 Uhr ein. Die Damen des Elferrates hatten sich herrliche Hüte in Rot-Weiß genäht. Sie sahen bezaubernd aus in ihren T-Shirts mit dem Motto der Session: „In Kölle jebützt“. Das männliche Tanzmariechen der Hennefer Stadtsoldaten hatte allerdings großes Pech. Bei einer besonders schön gelungenen akrobatischen Einlage verdrehte es (er) sich so unglücklich das Knie, dass die Karriere für diese Session wohl vorbei ist. Schade, Pech gehabt zur falschen Zeit!

Es folgte das närrische Dreigestirn als Zweigestirn. Der Grund war wohl ein Novum in der Geschichte des Kölner Karnevals: Prinz Markus I., frisch gebackener Vater, hatte noch mit „Nachwehen“ zu kämpfen, wurde aber würdig durch Bauer Hubert und Jungfrau Martina vertreten.

Im Anschluss daran brachte der Shootingstar am Kölner Narrenhimmel, Marc Metzger, mit seinem gekonnt vorgetragenen Beitrag die Mädchen zum Schwärmen. Er ließ keine Pointe aus, punktete mit komischen Stehgreifsituationen, war superwitzig und veralberte sogar den Präsidenten, indem er ihm sein Redemanuskript stibitzte: „Wenn Du jetzt noch nicht weißt, was Du sagen sollst, ist es sowieso zu spät“. Die erste Rakete hatte Marc Metzger sich wirklich verdient.

Danach hatte Bernd Stelter es nicht leicht. Aber die Mädchen lieben ihn so sehr, dass sie begierig an seinen Lippen hingen. Witzige Texte zu bekannten Liedern, herrlich erzählte Anekdötchen, ein rundum gelungener Auftritt vor wahrlich kritischem Publikum.

Klaus und Willi griffen dann die Lachmuskeln der Wiever an und brachten Lachsalven aufs Zwerchfell, urkomisch die beiden als Bauchredner-Duo.

Statt Pause – dafür war gar keine Zeit – sprangen die Höhner auf die Bühne. Ihre Lieder, ihre Texte sind so bekannt, dass die Mädchen auf den Stühlen standen, laut mitsangen und schunkelten. Wunderkerzen und Leuchtstäbe wurden geschwenkt, Feuerzeuge angezündet, und alle lagen sich in den Armen vor Glückseligkeit. Der Präsident ließ die nächste Rakete steigen, und sein strahlendes Gesicht zeigte, dass er bisher absolut zufrieden war.

Es folgte ein besonderer Höhepunkt für die GA. Die „Flöhe“, die noch sehr junge Kindertanzgruppe der Gesellschaft, erfreuten mit ihrer tänzerischen Weiterentwicklung unter der Trainerin Anna Sahm alle Gäste im Saal. Man war fasziniert, wie sich diese junge Truppe gesteigert hat. Sichtlich stolz auf seine Flöhe bedankte sich der Präsident bei ihnen und allen, die an diesem Riesenerfolg beteiligt sind, vor allem bei Angie Meis und Cleo Danielzyk.

Sodann räumten die Paveier den Saal ab. Die Wiever waren temperaturmäßig schon im Fieberwahn. Jedes Lied, kaum angespielt, wurde begeistert aufgenommen und textsicher mitgesungen. Dem Präsidenten fiel keine Steigerung mehr ein, er musste die GA-Sterne kreisen lassen (eine besondere musikalische Ehrung).

Die Gruppe Brings hatte dann leichtes Spiel. Ihre Musik und Vortragsweise hat sich inzwischen zu einem richtigen Kult entwickelt; entweder man findet sie zu laut oder man liebt sie heiß und innig. Die weiblichen Gäste im Saal gehörten zu den letzteren. In silbernen Anzügen rockten die Musiker über die Bühne. Ihr sprichwörtlicher Sexappeal knisterte bis in die letzten Reihen.

Ein weiterer Höhepunkt folgte: Die Bläck Fööss, im 40. Jubiläumsjahr, zeigten, wie fit und angesagt man auch in diesem Alter noch sein kann. Herrlich ihr neues Lied: „He deit et wieh, un do deit et wieh.“ Kaum gehört, war es schon wieder ein Ohrwurm. Jeder konnte es, jeder sang es mit! Die innigsten Kölner Lieder der letzten 40 Jahre sind wahrlich die von den Bläck Fööss. Man spürte, wie bei diesen leisen Tönen die Mädchen innehielten. Sie sangen alle mit, aber leiser und gefühlvoller. Man lag sich in den Armen, und Wunderkerzen und Leuchtstäbe im etwas abgedunkelten Saal verbreiteten ein Gänsehautgefühl.

Zum Schluß holte das „Dellbröcker Boore Schnäuzer Ballett“ der KG UHU den Saal wieder in die Karnevalswelt zurück. Mit Tanz und Gesang brachten sie die „Wiever“ noch einmal herzlich zum Lachen, bevor der Präsident sich bei allen Akteuren, dem Publikum und allen Helfern herzlich bedankte. Nach drei Jahren Pause war diese Mädchensitzung ein absoluter Renner, ein gelungener Neubeginn, und alle im Saal waren sich einig: „War das eine Sitzung! Hoffentlich sehen wir uns im nächsten Jahr met dreimol Kölle Alaaf wieder!

Anne Gelb-Wintrich

 

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