Vom Paradies in die Unterwelt Senatstour 2008 der “Große Allgemeine”


„ So schnell haben Sie keinen echten Mönch mehr vor der Flinte.“ So begrüßte der Benediktiner Pater Albert die Senatoren der GA in Maria Laach. Organisiert und eingeladen zu unserer jährlichen Senatstour hatten unsere Senatoren Hermann Bersé und Franz-Josef Schumacher.
Am Samstag, dem 13. September 2008 war es wieder soweit. Die Senatoren trafen sich am „Busbahnhof“ der Gesellschaft „An den Bächen“. Bei bewölktem Himmel und leichtem Nieselregen stiegen die Senatoren um 9.00 Uhr in den Bus. Bekanntermaßen tragen Senatoren den Sonnenschein im Herzen, sodass dieses Wetter ihnen nichts anhaben konnte.
Nach kurzer Fahrt erreichten sie das erste Ziel: das Frühstücks-hotel der GA: der Waldhof in Bornheim – Merten. Tapfer und beschirmt im Regen stehend (aber von uns nicht im Regen stehen gelassen) erwartete Präsident Hans-Peter Vogel seine Senatoren.


Bei heißem Kaffee, frischen Brötchen, Rühreiern, verschiedenen Wurst- und Käsesorten wurde der Tagesausflug besprochen: zuerst nach Maria Laach, dann weiter in den Vulkanpark nach Mendig. Zum Abschluss des Tages sollte es dann ein gemeinsames Abendessen geben. Bevor es weiterging, schritt Schatzmeister Hartmut Hensiek wie immer unerschrocken zur Tat und sammelte den Tagesbeitrag der Senatoren ein.
Auf dem Weg nach Maria Laach verteilte Karl-Heinz Scherer himmlische Aufgaben und ernannte z. B. Hans-Peter Vogel zum Abt und Kurt Niehaus zum Prior der GA. Zur geistigen Stärkung verteilte Wiethold Snyders naturreinen Kartoffelschnaps. Gegen 12.30 Uhr erreichte die Gruppe Maria Laach. Nach einer Filmvorführung durch Pater Albert über die Geschichte des Benediktiner-Klosters mit dem
Tagesablauf eines Mönches wussten alle etwas mehr über das Kloster. Es wurde gestiftet vom Pfalzgrafen Heinrich II, der auch in der romanischen Kirche begraben liegt. Von den Franzosen säkularisiert wechselte das Kloster mehrmals den Besitzer, bis es von den Benediktinern zurückgekauft wurde. Heute leben 50 Mönche in Maria Laach. Der Eingang der romanischen Kirche ist von einem Wandelgang, dem Paradies, flankiert. Ein Teil des Paradieses ist wegen Renovierungsarbeiten geschlossen – wohl einmalig in der Welt, dass in der deutschen Eifel das Paradies renoviert wird. Im nachlassenden Regen ging es dann um 14.30 Uhr weiter nach Mendig zum Lava – Dome. Die Geschichte der Eifel, die Geschichte Maria Laachs ist erdgeschichtlich die Geschichte des Vulkanismus im heutigen Deutschland. Diese Geschichte ist im Lava – Dome mit dem dazu gehörenden Lavakeller und der Museumslay dargestellt.
Die heutige Region um Maria Laach entstand vor rund 11000 Jahren bei der größten Vulkaneruption Mitteleuropas. Wie Museumsführer Wolfgang Kosilka in Wort und Filmvorführung erklärte,
schleuderte der Vulkan Steine und Asche bis nach Schweden und Italien. Bei der Eruption wurde die Energie von 500 Hiroshima Atombomben freigesetzt. Die Lavaströme schufen sich in der gesamten Eifel große Basaltvorkommen, bedeckt von einer bis zur 20 m starken Tuffsteinschicht.
Übrigens kann immer noch vulkanische Aktivität des Maria Laach Vulkans nachgewiesen werden. Beeindruckend der zweite Film im
Lava – Dome, der im Nachrichtenstil einen heutigen Ausbruch des Vulkans mit allen seinen Folgen simuliert, so z.B. unter anderem auch die not-wendige Evakuierung von Koblenz und Köln.


Nach der Theorie führte Kosilka die Senatoren in die Unterwelt. Ausgerüstet mit Friesennerz und Schutzhelm ging es 150 Stufen 30 m durch die Tuffschicht in die alten Abbaugewölbe. Hier wurden in mühevoller Handarbeit Basaltblöcke zur Herstellung von Mühlsteinen gebrochen. Mendig ist auf 2,8 km² mit diesen Gewölben „unterkellert“. Nach Ende des Untertageabbaus im 19. Jahrhundert wurden diese Felsenkeller mit ihrer konstanten Temperatur von 6-9 Grad zur Bier- lagerung benutzt. Sage und schreibe 28 Brauereien hatten ihren Sitz in Mendig; keine ist heute mehr ansässig. Doch davon gleich mehr. Aktuell können diese beeindruckenden Felsengewölbe für Firmenevents, Konzerte und Gottesdienste angemietet werden. Und eine tolle Sache: selbst Heiraten sind in einem der Gewölbe möglich. Nach unterirdischem Gruppenfoto ging es wieder an die Oberfläche: für die einen 150 Stufen hoch; die anderen durften den Aufzug benutzen.


Danach ging es mit der Führung weiter in der Museumslay, dem Freiluftteil des Vulkanmuseums. Und: es hatte aufgehört zu regnen. Der Senat konnte die alten Werkzeuge der Steinmetze bewundern und sah die alten Hebewerkzeuge, mit denen die Basaltsteine aus den Felsengewölben gehoben wurden. Für die tolle Führung bedankten sich alle bei Wolfgang Kusilka mit dem Orden der Gesellschaft.
Was machen hungrige und durstige Senatoren nach einer knapp 3- stündigen anstrengenden Führung? Sie hoffen, dass die Senatoren Schuhmacher und Bersé ein tolles Lokal, am besten ein Brauhaus gefunden haben. Zur Erinnerung: alle Brauereien hatten Mendig verlassen. Aber eine kleine Privatbrauerei hat Mendig die Treue gehalten: das Vulkan-Brauhaus. Bei leckerem Bier und gutem Brauhaus-Essen klang der Tag aus. Gegen 22.00 Uhr wurde die Eifel wieder in Richtung Köln verlassen.
Ein kleiner Kreis Senatoren um Hans-Peter Vogel und Kurt Niehaus holte noch einige Senatorendamen ab, die an diesem Abend ein Weinseminar besucht hatten und so klang für diesen Kreis der Abend erst um 3.00 Uhr morgens aus.
Als kleines Dankeschön für ihre Bemühungen überreichte Kurt
Niehaus den beiden Senatoren jeweils einen Flaschenöffner. Und für diesen gelungenen Tag bedankten sich alle Senatoren bei Hermann Bersé und Franz-Josef Schuhmacher.


Wiethold Snyders

 

Bestellen Sie die Karten für die Session 2017/2018.