21. Städtereise der „Große Allgemeine“ nach Ostfriesland Nordsee – Wellen und Mee(h)r


Das hat es bei der „Großen Allgemeinen“ seit Langem nicht mehr gegeben! Zur Städtefahrt 2008 lagen so viele Anmeldungen vor, dass der Bus zu klein war und drei Paare freiwillig-gezwungen mit dem eigenen PKW fuhren. Außerdem reichte ein Hotel nicht aus, um alle Städtefahrer unterzubringen. Da waren es eben zwei!
Pünktlich am 29. August um 8.30 Uhr starteten zunächst einmal 40 Städtereisende der GA – diesmal mit Robert Ehwald – Richtung Nordsee. Präsident Hans-Peter Vogel begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, besonders die „Erstfahrer“ der Gesellschaft sowie als Gäste Schatzmeister Klaus Haarmann von der KG „Die Grosse von 1823“ mit seiner lieben Frau Uta. Er wünschte allen eine gute Fahrt und drei schöne Tage im Kreise der GA-Familie. Außerdem konnte er sich auf dieser ersten Etappe im Bus bereits über eine Flut von Spenden freuen. Auch die ersten „Erfrischungen“ – fest und flüssig – rollten an.
Nach einem kurzen Sektempfang und einem reichhaltigen Frühstück bei den Senatoren Karl Krämer und Wolfgang Ricken in Dortmund ging die Reise weiter Richtung erstes Hauptziel der Tour – Papenburg. Kaum im Bus, wurden ständig Schüsseln und Dosen mit „Resten“ des Frühstücks (Schnitzel, Frikadellen, Partybällchen, Gurken, Kuchen, Kekse u.v.m.) rundgereicht. Als dabei die Heiterkeit ihren Höhepunkt erreichte, äußerte Anne Gelb-Wintrich, ihres Zeichens Pressesprecherin der GA, Heißhunger auf ein hart gekochtes Ei, das natürlich nicht da war, aber beim Frühstück von Senator Bernd Tewes gesichtet worden war. Daraus entwickelte sich ein ständiger humorvoller mündlicher Schlagabtausch zwischen den beiden. Keiner konnte zu dieser Zeit ahnen, dass die hart gekochten Eier zur „Hauptbelustigung“ der gesamten dreitägigen Tour werden sollten. „Meine Eier, deine Eier, unsere Eier“ – es ist nicht zu beschreiben, wie viele Varianten an Flachserei und wie viele Versionen an Blödeleien es über dieses Thema geben kann.


Wie geplant um 14.45 Uhr erreichte die Gruppe Papenburg und startete einen Rundgang durch die Meyer-Werft, die zu den modernsten Betrieben dieser Art im internationalen Vergleich gehört. Ulla Sonntag, eine gut geschulte und kompetente Betreuerin, begann ihre Führung mit der am Pier liegenden “Celebrity Solstice“, dem neuesten Luxus-Kreuzfahrschiff der Werft. Mit etwa 120 000 BRZ und mehr als 300 m Länge können 2800 Passagiere hier ihren Urlaub genießen. Dabei bietet dieser Luxus-Liner 1400 Menschen lohnende Arbeitsplätze. Im Besucherzentrum sahen die GA-Touristen einen Film, der sie auf den weiteren Rundgang vorbereitete. In verschiedenen Räumlichkeiten konnten sich die Besucher im Anschluss daran über die Unternehmensgeschichte, die Werft und ihre Mitarbeiter heute sowie das Bauprogramm informieren. Ergänzend bestaunten sie anhand von Fotogalerien und Modellen fertig gestellte Schiffe, Musterkabinen und viele Exponate. Höhepunkt der Führung war dann die Besichtigung der Baudocks. Hier werden die Schiffsneubauten der Meyer-Werft - Passagierschiffe, Containerschiffe, Fähren, Gastanker, Tiertransporter und Kreuzfahrschiffe – in zwei überdachten Hallen ausgeführt, wobei etwa 2400 direkt Beschäftigte und tausende von Mitarbeitern der Zulieferfirmen am Bau dieser Schiffe beteiligt sind. Präsident Vogel bedankte sich zum Abschluss bei der charmanten Führerin mit dem Gesellschaftsorden und dem obligatorischen Bützje. Auf der Weiterfahrt zum Tagesendziel – Minsen – erzählte Senator und Zugwart Manfred Hähle von seiner Heimat im Norden, d.h. von Ostfriesland -Papenburg, Emden, Aurich. Er plauderte über Geschichte, Landschaft, Besonderheiten, Kultur, Sport, Warften, Deichbau, Landrecht, Moorkolonisation und Infrastruktur dieser Region. So verkürzte er die Zeit bis zum Einchecken in die beiden Hotels „Alte Schule“ und „Alte Schmiede“. Nach dem Abendessen in der „Alten Schule“ – Dreigängemenue mit Fisch oder Fleisch – bekamen die Städtereisenden Besuch vom „Hannes“, einem norddeutschen Büttenredner, der mit seinem Vortrag schnell die Herzen der Kölner Gäste gewann und Gemütlichkeit bis zum Abwinken vorbereitete. Orden und Alaaf waren der verdiente Lohn dieser ausgezeichneten Rede.

Am darauf folgenden Samstag begann der Tag mit einem umfang-reichen Frühstücksbüfett. Der Clou dabei war: Es gab zwar eine reichhaltige Auswahl aber – keine hart gekochten Eier! Das bedeutete für Anne Gelb-Wintrich und Bernd Tewes: Die Flachserei ging um so heftiger weiter!
Gut gestärkt machten sich die Städtefahrer dann um 10 Uhr auf den Weg nach Jever. Ziel war das „Schloss Jever“, eins der schönsten Baudenkmäler aus dem 15./16. Jahrhundert in Nordwestdeutschland. Zwei in historischen Kostümen erschienene Damen unterrichteten die neugierigen Kölner. Die erste Gruppe übernahm Karin Steiner als Dorothee Elisabeth von Westhoff, die zweite Gruppe Elisabeth Wilken als Fräulein Marie. Beide schilderten die historische Entwicklung des Schlosses, führten durch den Schlossgarten und die historischen Räume – Audienzsaal, Gobelinsaal, fürstliche Galerie – und gaben Einblicke in Hof, Stadt und Land. Zum Abschluss bedankte sich Präsident Hans-Peter Vogel, wie es sich für eine KG gehört, mit Sessionsorden, Bützje und Alaaf.


Nach so viel „Kultur“ und einer kurzen Freizeit hatten sich alle ein schmackhaftes Mittagessen – Steak, Bandnudeln, Pilzsauce – im „Haus der Getreuen“ redlich verdient. Zurück im Hotel stand die Prüfungsabnahme zum Friesenpatent (Seemannspatent) auf dem Programm. Krabbenpulen, Teebeutelweitwurf, Seemannsknoten und die Kenntnis der Ostfriesischen Inseln waren die Prüfungssthemen. Im Anschluss an die Auswertung der Prüfungsunterlagen konnte Ostfriese Günther Renken mit seinen Assistenten Inge Jecht und Helmut Brunken die Siegerehrung vornehmen. Einen Trostpreis erhielt Christiane Höll als Siegerin von hinten. Erster von vorne wurde Ludger Brackmann mit 79 Punkten. Den zweiten Platz teilten sich Karl Krämer und Manfred Zwinkel mit jeweils 65 Punkten. Der Präsident dankte dem „Teebeutel-regisseur“ und seiner Crew in humorvollen Worten mit dem Sessionsorden und Bützje – bei den Männern vertreten durch
Präsidentengattin Ulla Vogel. Zu guter Letzt sangen alle Anwesenden als Erläuterung der Kölner Gesellschaftsadresse das Lied von der „Kayjass Nummero Null“.
Für die sich anschließende freie Zeit gab es im Programmflyer klare Anweisungen: Hals und Füße waschen, schön anziehen und stylen. Dies wurde auch prompt befolgt – allerdings nicht überprüft. Die Fahrt zum „Galaabend“ nach Wangerland-Javenloch konnte beginnen. Nach kurzer Fahrt erreichte die GA-Gruppe das Fischrestaurant „Javenloch an’t Diek“. Präsident Vogel ließ eine Runde Sekt kredenzen und stieß auf einen schönen, gemütlichen Abend an. Während des Gala-Essens brachte Jan Albrecht auf seinem Akkordeon friesische Heimatklänge, Volksmusik und Seemannslieder zu Gehör. Währenddessen schlemmten die Städtereisenden bei einem exquisiten, opulenten kalten und warmen Büfett: Krabbensuppe, Vorspeisen, vorwiegend Fisch in den verschiedensten Variationen und Sorten, Fleisch, Käseplatten und süße Desserts machten die Wahl zur Qual.


Es war einfach exzellent und reichhaltig, für jeden Geschmack
passend. Nach der genussreichen Schwelgerei ergriff Vorsitzender Kurt Niehaus das Wort. Er bedankte sich bei Rosi und Wiethold
Snyders für die tatkräftige Organisationsunterstützung. Anne Gelb-Wintrich überreichte im Namen des Vorstandes einen Blumen-Gutschein. Auch dem Präsidenten-Ehepaar galt ein herzliches Dankeschön in Form eines Mohnkuchenrezeptes und zweier „Mohn-Tassen“. Ein gemeinsames Ständchen ergänzte den Dank für alle Mühen. Hans-Peter Vogel seinerseits bedankte sich auch im Namen seiner Gattin, überreichte Orden an Jan Albrecht, den Akkordeonspieler, an die Wirtin Marion Albrecht-Groot für die hervorragende Bewirtung und hatte ein Dankesgeschenk für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Gepäck: Für die Damen eine Teetasse mit Teelikör und eine Tafel Sylter Sanddorn-Schokolade, für die Herren eine Teekiste. Der gelungene Abend endete bei fröhlichem Gesang mit anregenden Gesprächen und nach der Rückfahrt mit einem mehr oder weniger langen Absacker im Hotel.


Der dritte und letzte Tag der Fahrt begann wie schon tags zuvor mit einem guten, reichhaltigen Frühstücksbüfett – und wie konnte es wohl anders sein – ohne hart gekochte Eier! Anne Gelb-Wintrichs Heißhunger wuchs von Minute zu Minute. Doch Präsidentengattin Ulla Vogel und Bernd Tewes hatten vorgesorgt. Im Bus auf der Fahrt nach Emden, der ersten Etappe der Heimreise, meldete sich Bernd zu Wort und meinte: „Es ist ja erstaunlich, wie viel Freude man 50 gestandenen Karnevalisten mit ein paar Eiern machen kann. Deshalb haben Ulla und ich mit tatkräftiger Unterstützung von Rosi Snyders dafür gesorgt, dass Anne doch noch zufrieden nach Hause fahren kann.“ Unter dem brausenden Gelächter aller Businsassen überreichte Ulla Vogel Anne Gelb-Wintrich 40 hart gekochte Eier zur freien Verfügung. Nicht faul lief diese sofort durch den Bus und verteilte die Leckerbissen auch an interessierte Mitreisende.


Es folgte eine weitere Kurzinformation von Manfred Hähle über Ostfriesland: Aurich, Loppersum (der schiefste Turm Europas – schiefer als der Turm von Pisa) und Emden (Industrie und Fischfang). In Emden erfuhren die Städtereisenden dann während einer Grachtenfahrt von der Kunsthalle aus vorbei an Wasserturm, Boltenturmbrücke, Mühle, Kesselschleuse, jüdischem Friedhof und lutherischer Kirche viel
Wissenswertes über diese schöne Stadt.Die Fahrt durch die frische Luft auf dem Wasser hatte bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wieder für Appetit gesorgt, und so ging es zum Mittagessen ins Restaurant „Am Neuen Markt“. Schollenfilet oder Pute satt nach Wahl mit passenden Beilagen plus Dessert (Schokoladen-Mousse mit Sahne) fanden den Beifall aller GA-ler. Nach einer kurzen Freizeit begann gegen 15.30 Uhr die Rückreise nach Köln. Bei einem Stopp in Dortmund wurden die „Dortmunder“ wieder „ausgeladen“, und der nun schon etwas ruhigere und etwas ermüdete „Rest“ drückte in Person des Präsidenten seinen Dank an Busfahrer Robert Ehwald für die hervorragende Betreuung und sichere Fahrweise aus. Dieser wiederum bedankte sich für das Vertrauen und die „gesammelten Werke“, sprich Trinkgeld, und wünschte ebenso wie der Präsident allen einen guten Heimweg.


Bernd Tewes

 

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